Unsere institutionellen Mitglieder
Lernen Sie mehr über die Vision und Strategie des DKKV für die kommenden Jahre
Zur deutschen Fassung des Sendai-Rahmenwerkes für Katastrophenvorsorge
DKKV-Themenseiten
Zur Sonderseite Flutkatastrophe Juli 2021
Zu den Ausgaben des DKKV Newsletters
Bleiben Sie auf dem aktuellsten Stand

Workshop "Resilienz kritischer Infrastrukturen – Herausforderungen und Lösungsansätze der Digitalisierung"

Kritische Infrastrukturen (KRITIS) sind in der jüngeren Vergangenheit vermehrt von Angriffen und Ausfällen betroffen gewesen und die Resilienz von KRITIS ist mehr denn je in den Fokus der öffentlichen Aufmerksamkeit getreten.

Im Rahmen der Fachtagung Katastrophenvorsorge 2021 organisierte das DKKV wie auch schon im vergangenen Jahr einen Workshop zu KRITIS „Resilienz kritischer Infrastrukturen – Herausforderungen und Lösungsansätze der Digitalisierung“. Der Workshop wurden von Dr. Benni Thiebes moderiert und von drei Impulsvorträgen gestaltet, die unterschiedliche theoretische und praktische Aspekte der Resilienz digitaler Kritischer Infrastrukturen beleuchteten. Je digitaler unsere Gesellschaft wird, desto wichtiger wird auch, dass digitale Infrastrukturen resilient werden – denn sie sind Angriffen ausgesetzt. Die Vorträge stellten die konzeptionellen Grundlagen der Resilienz von digitalen KRITIS dar und schafften durch Praxisbeispiele ein Bewusstsein für Risiken, Bedarfe und Herausforderungen.

In den Fachvorträgen sowie der nachfolgenden Diskussion wurde deutlich, dass Resilienz von KRITIS langfristige Planung erfordert. Neben technischen Maßnahmen sind aber auch insbesondere Aktivitäten notwendig, die auch in anderen Bereichen der Katastrophenvorsorge eine zentrale Rolle spielen, wie verbesserte Kommunikation und Trainingsmaßnahmen, einem verstärkten Austausch zwischen den Akteuren und einer positiven Fehlerkultur.

Weitere Informationen zur Fachtagung Katastrophenvorsorge 2021 finden Sie hier.

Der Workshop startete mit einem Beitrag von Dr. Martin Hellmann (Vorstandsmitglied des DKKV; Programm Koordination Sicherheitsforschung Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR)), der in seinem Vortrag theoretische Aspekte von digitaler Resilienz beschrieb und beleuchtete, wie diese in der Notfallplanung und der Krisenreaktion praktische Anwendung findet. Hierzu können beispielsweise „Digitale Zwillinge“ verwendet werden, um reale Systeme in digitaler Form abzubilden und die Folgen von möglichen Störungen an diesen zu prüfen, um somit „vor die Lage“ zu kommen.

Prof. Dr. Stefan Pickl (Stellvertretender Vorsitzender des DKKV; Lehrstuhl für Operations Research, Universität der Bundeswehr München) beschrieb in seinem Vortrag, welche Rolle künstliche Intelligenz (KI) bereits jetzt im Bevölkerungsschutz anderer Länder spielt. Daneben veranschaulichte er die Bedeutung von Operations-Research und intelligenten Control Towers bei der Optimierung von Entscheidungsfindungen, Echtzeitanalysen und der Entwicklung von Lagebildern. Die besondere Bedeutung von Frühwarnung und deren Bezug zur Digitalisierung und KRITIS wurden auch im Disaster Risk Management 2020 Report aufgegriffen.

 

Manuel Atug (Leiter Geschäftsentwicklung HiSolutions AG, Mitglied des DKKV) bot in seinem Vortrag einen Einblick in die Praxis von KRITIS-Betreibenden, insbesondere im Hinblick auf die Themen Fernwartung, Fernzugriff und IT-Sicherheit. Neben veralteter Software und ungehärteten Zugängen stellen z.B. auch gemeinsame Passwörter Einfallstore für Störungen und Angriffe dar. Zugleich stellte Manuel Atug auch eine Reihe von Lösungsansätze vor, welche das Ausfallrisiko von IT-Systemen in KRITIS-Umgebungen reduzieren können.

Vollständige Aufzeichnung des Workshops:

Graphik zu dem Workshop von Sebastian Lörscher (Visual Facilitators)


Workshop "Digitale und Kritische Infrastrukturen"

Die Fachtagung Katastrophenvorsorge, am 19. und 20. Oktober 2020, wird vom Deutschen Roten Kreuz, unterstützt durch das Katastrophennetz e.V., das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) und das Deutsche Komitee Katastrophenvorsorge e.V. (DKKV), als Online-Veranstaltung organisiert und vom Auswärtigen Amt gefördert. Durch Vorträge, Workshops, Panels, Interviews und Chats können sich die Teilnehmer aktiv über nationale und internationale Katastrophenvorsorge informieren, dieses Jahr unter dem Überthema Frühwarnung. Das DKKV beteiligt sich unter anderem mit einem Workshop zu digitalen und Kritischen Infrastrukturen an der Fachtagung. 

Unsere Gesellschaft wird zunehmend digitaler und damit auch abhängiger von resilienten digitalen Infrastrukturen. Insgesamt steigen dadurch auch die Anforderungen an Daten- und Ausfallsicherheit von IT-Systeme und den damit gekoppelten Kritischen Infrastrukturen. Der Workshop wird eingeleitet durch 3 Vorträge zu unterschiedlichen Aspekten der Resilienz digitaler Kritischer Infrastrukturen und deren Bedeutung für das gesellschaftliche Leben sowie den Anforderungen des Sendai Rahmenwerk für Katastrophenvorsorge 2015-2030. Die Vorträge und die darin beschriebenen Praxisbeispiele zielen darauf ab ein Bewusstsein für Risiken, Bedarfe und Herausforderungen digitaler Kritischer Infrastrukturen zu schaffen. Zudem sollen Lösungen und Handlungsempfehlungen vorgestellt und mit den Workshop-Teilnehmenden diskutiert werden.

Der erste Vortrag "Safety und Security in Kritische Infrastrukturen" wird von Manuel Atug, Senior Manager bei der HiSolutions AG, gehalten. Er ist seit über 23 Jahren in der Informationssicherheit tätig und hat langjährige Erfahrung in Kritischen Infrastrukturen. Dabei befasst er sich mit der Resilienz von Informationstechnologie und Produktionsumgebungen (OT).  Privat engagiert er sich ehrenamtlich in der AG KRITIS mit ethischen Fragestellungen zu Hackback und hybrid Warfare in Bezug auf Bevölkerungsschutz und den daraus entstehenden Risiken.

Den zweiten Vortrag "Klimaresilienz digitaler Infrastrukturen" hält Nevzat Bucioglu, der seit 2001 im IT-Vertrieb tätig ist. Im Laufe der letzten 19 Jahre durchlief er zahlreiche Positionen im Vertrieb und Pre-Sales. Seit 2016 leitet er den IT-Fachvertrieb für Pure Storage in Deutschland und Österreich. Im Zuge dieser Tätigkeit erlebt er die Durchdringung von Digitalisierung in alle Bereiche des täglichen Lebens und deren Risiko.

Horst Kremers hält den dritten Vortrag zum Thema "Informations-Infrastrukturen nach den Anforderungen des UN SENDAI Rahmenwerks". Er ist Generalsekretär von CODATA-Germany, dem Deutschen Nationalkomitee für das Committee on Data des ISC (International Science Council) mit dem Arbeitsschwerpunkt interdisziplinäres und operationelles Informationsmanagement. Die Aufgabenbereiche der Implementation und operationellen Umsetzung der umfangreichen und detaillierten Vorgaben des UN SENDAI Rahmenwerkes stellen bei der Vielzahl organisationsübergreifender Informationsbedarfe technische, administrative und organisatorische Herausforderungen dar.

Vollständige Aufzeichnung des Workshops:

Graphik zu dem Workshop von Sebastian Lörscher (Visual Facilitators)