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Resilienz im Tourismus

Tourismus ist in vielen Ländern des Globalen Südens ein wichtiger Devisenbringer der Wirtschaft und bedeutende Einkommensquelle für die lokale Bevölkerung. Jedoch ist die Tourismusbranche stark anfällig für Krisenereignisse, wie auch die aktuelle Covid-19 Pandemie zeigt. Abseits der Notwendigkeit eines akuten Krisenmanagements, kann die derzeitige Krise als Chance für Umstrukturierung und Innovation genutzt werden. 

Neben der Wiederherstellung der Geschäftsfähigkeit, bietet die derzeitige Krise des Tourismussektors einen Ansatzpunkt zur Implementierung langfristig ausgelegter Konzepte, um einen resilienten Umgang mit zukünftigen Risiken und Krisen aufzubauen. An dieser Stelle setzt das hier vorgestellt Projekt unter Leitung des Deutschen Komitee für Katastrophenvorsorge (DKKV) an. Das Projekt ist Teil des Corona-Tourismus-Paketes der deutschen Bundesregierung.

Das Corona-Tourismus-Paket der deutschen Bundesregierung zielt darauf ab, die touristischen Strukturen zu erhalten und die Beteiligten vor Ort zu befähigen, wieder touristische Produkte und Dienstleistungen anzubieten. Im Sinne von „Build back better“ wird angestrebt, auch die ökologischen und sozialen Aspekte von Tourismus zu verbessern und eine verbesserte Resilienz zu erreichen. Die Maßnahmen sind eng auf die Bedürfnisse der Menschen vor Ort abgestimmt.

Der Fokus des Projekts liegt auf der Erstellung und Umsetzung eines holistischen Resilienzkonzepts für Tourismusdestinationen. Touristische Destinationen bestehen aus verschiedenen Akteursgruppen und Komponenten (z.B. Hotel- und Gastgewerbe, Transportsektor oder Freizeitwirtschaft etc.) und sind mit unterschiedlichen Krisenereignissen konfrontiert – sei es nun die aktuelle Pandemie, die globale Klimakrise oder akute Gefahrenereignisse wie Terrorismus und Naturgefahren.

Destinationsresilienz setzt sich aus der Handlungsfähigkeit der einzelnen Akteursgruppen einer Destination zusammen, auf akute Krisenereignisse reagieren zu können aber auch langfristige Anpassungs- und Transformationsstrategien anzustoßen. Diese proaktiven Strategien berücksichtigen dabei nicht nur Aspekte der Katastrophenvorsorge, sondern auch Aspekte der nachhaltigen Entwicklung. Somit ist Destinationsresilienz einerseits auf unterschiedlichen Ebenen angesiedelt und andererseits ein vielschichtiges Konstrukt, welches u.a. soziale, ökonomische, institutionelle, ökologische Dimensionen beinhaltet.

Anhand dreier Pilotdestinationen in der Dominikanischen Republik, Namibia und Sri-Lanka, erarbeitet das Projekt ein umfassendes Konzept von touristischer Resilienz gegenüber Krisen. Gemeinsam mit Futouris, der Nachhaltigkeitsinitiative der deutschen Reisewirtschaft, sollen dabei proaktive Strategien identifiziert und umgesetzt werden. Dabei werden Aspekte der Nachhaltigkeit als auch Risikominderung und Katastrophenvorsorge als zentrale Grundlagen einer nachhaltigen und zukunftsfähigen Entwicklung gemeinsam gedacht. Das Projekt soll dazu beitragen, die Wiedereröffnung der Märkte in den drei Destinationen zu unterstützten und anhand der COVID-19 Krise systemische Risiken zu identifizieren, welche die Tourismusindustrie in besonderem Maße vulnerabel machen.

Geplante Aktivitäten:

  • Entwicklung eines holistischen Konzepts von Resilienz für Tourismusdestinationen
  • Bestimmung von Indikatoren von Resilienz zur Entwicklung resilienter Strategien in Tourismusdestinationen
  • Zusammenstellung von Handlungsempfehlungen zur Steigerung der Resilienz
  • Konzeptionierung von Schulungsmaterialien und Leitfäden zur Entwicklung resilienter Strategien
  • Durchführung von Schulungen und Webinaren für Destinationen und deutsche Reiseunternehmen
  • Erstellung eines Konzeptes zur Zertifizierung von Destinationen bzgl. ihrer resilienten Strategien
  • Einbeziehung verschiedener Ebenen von Politik, Wissenschaft und Tourismuswirtschaft mit dem Ziel das Bewusstsein für Resilienz im Tourismus zu steigern

Projektdauer

Juni 2021 bis September 2022

Zuwendungsgeber           

Bundesministerium für Wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ), Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit GmbH (GIZ)

Projektpartner

 

Futouris e.V.